Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

An der Weichsel fernem Strande

 

An der Weichsel fernem Strande tobt ein Kampf mit Donnerschall,

weithin über deutsche Lande rollt er seinen Widerhall.

Schwert und Sense, scharfen Klanges, dringen her zu unsern Ohren,

und der Ruf des Schlachtgesanges: „Noch ist Polen nicht verloren!“

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Und wir horchen und wir lauschen, Stille waltet um und um,

nur die trägen Wellen rauschen und das weite Feld ist stumm;

Nur wie Sterbender Gestöhne, Lufthauch durch gebrochne Hallen,

hört man dumpfe Trauertöne: „Polen, Polen ist gefallen!“

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Mitten in der stillen Feier wird ein Saitengriff getan;

Ha! wie schwillet diese Leier voller stets und mächt’ger an!

Leben schaffen solche Geister, dann wird Totes neu geboren;

Ja! mir bürgt des Liedes Meister: „Noch ist Polen nicht verloren!“

Ludwig Uhland 1833

 

Auch Ludwig Uhland stimmt 1833 in die deutsche Polenbegeisterung mit ein und stemmt sich literarisch gegen die polnische Niederlage.