Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Aufruf/ Reißt die Kreuze aus der Erden

 

Vor der Freiheit sei kein Frieden,
sei dem Mann kein Weib beschieden
und kein golden Korn dem Feld;
vor der Freiheit, vor dem Siege
seh kein Säugling aus der Wiege
frohen Blickes in die Welt!
In den Städten sei nur Trauern,
bis die Freiheit von den Mauern
schwingt die Fahnen in das Land;
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Reißt die Kreuze aus der Erden! Alle sollen Schwerter werden,
Reißt die Kreuze aus der Erden! Gott im Himmel wird's verzeihn.
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Hört er unsre Feuer brausen
und sein heilig Eisen sausen,
spricht er wohl den Segen drein.
Deutsche, glaubet euren Sehern,
unsre Tage werden ehern,
unsre Zukunft klirrt in Erz;
schwarzer Tod ist unser Sold nur,
unser Gold ein Abendgold nur,
unser Rot ein blutend Herz!
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Laßt, o laßt das Verse schweißen,
auf den Amboß legt das Eisen,
Heiland soll das Eisen sein.
Bis du, Rhein, durch freie Bogen
donnerst, laß die letzten Wogen
fluchend knirschen in den Sand.
Gen Tyrannen und Philister,
auch das Schwert hat seine Priester,
und wir wollen Priester sein!

 Georg Herwegh 1841

 

Ein radikales kämpferisches Lied von Georg Herwegh, mit dem er die Menschen zur Revolution auffordert. 1848 führte dann Herwegh die "Demokratische Legion" von Exildeutschen aus Paris in den Schwarzwald, um sich dem Heckerzug anzuschließen. Mit den Lieder "Aufruf" und "Wag es doch nur einen Tag ein freies Volk zu sein" wurde Herwegh zum Anführen der Legion aufgefordert.