Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Bürgerlied

 

1. Ob wir rote, gelbe Kragen,

Helme oder Hüte tragen,

Stiefel tragen oder Schuh;

oder ob wir Röcke nähen

und zu Schuhen Drähte drehen,

Das tut, das tut nichts dazu.

 

2. Ob wir können präsidieren,

Oder müssen Akten schmieren

ohne Rast und ohne Ruh;

Ob wir schlaue Bücher lesen,

Oder aber binden Besen,

Das tut, das tut nichts dazu -

 

3. Ob wir stolz zu Rosse reiten,

Oder ob zu Fuß wir schreiten

direkt unserm Ziele zu;

Ob uns Kreuze vorne schmücken,

Oder Kreuze hinten drücken,

Das tut, das tut nichts dazu

 

4. Aber ob wir Neues bauen,

Oder Altes nur verdauen,

Wie das Gras verdaut die Kuh;

Ob wir in der Welt was schaffen,

Oder nur die Welt begaffen,

Das tut, das tut was dazu.

 

5. Ob wir rüstig und geschäftig,

Wo es gilt zu wirken kräftig,

Immer tapfer greifen zu;

Oder ob wir christlich denken

"Gott wird's wohl im Schlafe schenken",

Das tut, das tut was dazu!

 

6. Ob im Kopfe etwas Grütze

und im Herzen Licht und Hitze,

dass es brennt in einem Nu,

oder ob wir hinter Mauern

stet's im Dunkeln kauern:

das tut, das tut was dazu!

 

7. Drum, ihr Bürger, drum, ihr Brüder,

Alle eines Bundes Glieder-.

Was auch jeder von uns tu!

Alle, die dies Lied gesungen,

So die Alten, wie die jungen,

Tun wir, tun wir was dazu!

Adalbert Harnisch 1845

 

Das Lied von Adalbert Harnisch ruft zum aktiven Kampf für bürgerliche Rechte und nationale Einheit auf. Dabei wird betont, dass soziale Unterschiede unbedeutend sind und es stattdessen auf den Einsatz ankommt.Das Lied von Adalbert Harnisch ruft zum aktiven Kampf für bürgerliche Rechte und nationale Einheit auf. Dabei wird betont, dass soziale Unterschiede unbedeutend sind und es stattdessen auf den Einsatz ankommt.