Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Dem Herrn allein die Ehre


Wir treten hier im Gotteshaus

Mit frommem Mut zusammen,

Uns ruft die Pflicht zum Kampf hinaus,

Und alle Herzen flammen.

Denn was uns mahnt zu Sieg und Schlacht,

Hat Gott ja selber angefacht.

Dem Herrn allein die Ehre!

 

Der Herr ist unsre Zuversicht,

Wie schwer der Kampf auch werde;

Wir streiten ja für Recht und Pflicht

Und für die heil'ge Erde.

Drum, retten wir das Vaterland,

So tat's der Herr durch unsre Hand.

Dem Herrn allein die Ehre!

 

Es bricht der freche Übermut

Der Tyrannei zusammen;

Es soll der Freiheit heil'ge Glut

In allen Herzen flammen.

Drum frisch in Kampfes Ungestüm!

Gott ist mit uns, und wir mit ihm!

Dem Herrn allein die Ehre!

 

Er weckt uns jetzt mit Siegerlust

Für die gerechte Sache;

Er rief es selbst in unsre Brust:

Auf, deutsches Volk, erwache!«

Und führt uns, wär's auch durch den Tod,

Zu seiner Freiheit Morgenrot.

Dem Herrn allein die Ehre!

Theodor Körner 1813


 

Zur Einsegnung der preußischen Freikorpsverbände wurde dieses Lied gesungen. Der Kampf gegen Napoleon wurde dabei auch religiös begründet, es verbinden sich nationaler Freiheitskampf und religiöses Bekenntnis.

Musikalisch diente "Aus tiefer Not schrei ich zu dir" als Vorlage, ein Lied Luthers in der Variante einer Bach-Kantate.