Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Der feste Mann


Wer ist ein Mann?

Wer beten kann

Und Gott dem Herrn vertraut;

Wann alles bricht, er zaget nicht,

Dem Frommen nimmer graut.

 

Wer ist ein Mann?

Wer glauben kann

Inbrünstig, wahr und frei;

Denn diese Wehr trügt nimmermehr,

Die bricht kein Mensch entzwei.

 

Wer ist ein Mann?

Wer lieben kann

Von Herzen fromm und warm;

Die heil'ge Gluth giebt hohen Muth

Und stärkt mit Stahl den Arm.

 

Dies ist der Mann,

der streiten kann

Für Weib und liebes Kind,

Der kalten Brust fehlt Kraft und Lust

Und ihre That wird Wind.

 

Dies ist der Mann,

der sterben kann

Für Freiheit Pflicht und Recht,

Dem frommen Muth däucht alles gut,

Es geht ihm nimmer schlecht.

 

Dies ist der Mann,

der sterben kann

Für Gott und Vaterland,

Er läßt nicht ab bis an das Grab

Mit Herz und Mund und Hand.

 

So, deutscher Mann,

so, freier Mann,

Mit Gott dem Herrn zum Krieg!

Denn Gott allein mag Helfer seyn,

Von Gott kommt Glück und Sieg.

Ernst Moritz Arndt 1813


Ernst Moritz Arndt ruft mit seinem Text die Deutschen zum Krieg gegen Napoleon auf. Dabei betont er mit der Formulierung "Für Gott und Vaterland" den Zusammenhang von Glauben und Nation.