Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Es wird geschehn

 

Es wird geschehn, es wird geschehn,
die Zeit ist nicht mehr fern,
da werdet ihr gehangen sehn,
den Adel an die Latern.

Der Despote mag am ersten Tag
zu dem Schafotte wallen,
das Land ist frei von Tyrannei,
sobald sein Haupt gefallen.

Es wird geschehn, es wird geschehn,
die Zeit ist nicht mehr fern!
da werden all die hohen Herrn
gehangen an die Latern

Die nächsten, ei! die nenn' ich gern,
es sind die Herrn Minister,
dann kommen Höflinge und Herrn,
und ekle geile Priester.

Und wenn der Wut des Volks ihr Blut
in Strömen ist geflossen,
kann hoch und hehr aus blut'gem Meer
die junge Freiheit sprossen.

Mein Volk! Mein Volk! Nimm in die Hand
die Waffen und die Wehren!
Schon höret man im ganzen Land
des Aufruhrs dumpfes Gären.

Drum seht ihr wo Tyrannen froh
und schwelgend beim Gelage,
so hungert gern und denkt: nicht fern
ist mehr die Zeit der Rache!

unbekannt um 1790/ 1848

 

Das Lied wird sehr unterschiedlich datiert (1790 bis 1848) und stellt eine radikal-republikanische Sichtweise dar. Es wird überdeutlich zur Ermordung der Fürsten und ihrer Günstlinge aufgerufen.