Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Freiheit, die ich meine


Freiheit die ich meine, die mein Herz erfüllt,

Komm mit deinem Scheine, süßes Engelsbild!

Magst du nie dich zeigen der bedrängten Welt,

|: führest deinen Reigen nur am Sternenzelt? :|

 

Auch bei grünen Bäumen in dem lustgen Wald

unter Blütenträumen ist dein Aufenthalt.

Ach, das ist ein Leben, wenn es weht und klingt,

|: wenn dein stilles Weben wonnig uns durchdringt! :|

 

Wenn die Blätter rauschen süßen Freudesgruß,

wenn wir Blicke tauschen, Liebeswort und Kuß.

Aber immer weiter nimmt das Herz den Lauf,

|: auf der Himmelsleiter steigt die Sehnsucht auf. :|

 

Wo sich Gottes Flamme in ein Herz gesenkt,

das am alten Stamme treu und liebend hängt;

wo sich Männer finden, die für Ehr und Recht

|: mutig sich verbinden, weilt ein frei Geschlecht. :|

 

Freiheit, die ich meine, die mein Herz erfüllt,

komm mit deinem Scheine, süßes Engelsbild!

Freiheit, holdes Wesen, gläubig, kühn und zart,

|: hast ja lang' erlesen dir die deutsche Art. :|

Max von Schenkendorf 1813


 

In einer Mischung aus Natur- und Glaubenslied stellt Schenkendorf am Ende die freiheitliche Idee in den Mittelpunkt.