Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Im Kampfe gegen die Herero

 

1. Deutsche Reiter sollten kriegen mit Hereros einst im Busch

und sie zogen aus zu siegen, die Feinde müssen unterliegen

wie der Sturmwind gehts husch husch

-

Drum Mädchen sei glücklich, wir sehn uns bald wieder

weine nicht mehr, die Zeit ist vorüber

:|mach dem Krieger s´Herz nicht schwer|:

-

2. Viel Gefechte warn geschlagen, bis es zur Entscheidung ging

um am Waterberg zu wagen Orlogsleut mit Vieh und Sachen

einzuschließen dort im Ring

-

3. Vier Abteilungen marschierten von verschiednen Seiten vor

Lange Märsche, Durst und Hitze, Wasser nur aus schmutzger Pfütze

blutge Kämpfe stehn bevor

-

Drum Mädchen sei glücklich ...

-

4. Doch die Braven kämpfen standhaft, bis der Feind zur Flucht sich wandt.

Deutschem Mut und deutscher Tatkraft, die sich immer wieder Bahn schafft

hielt der stärkste Feind nicht stand

-

5. In dem Sandfeld zu verschwinden, jetzt der Schwarzen Losung hieß

doch sie sollten bald erfahren, dass sie nicht gerettet waren

die Straf nicht auf sich warten ließ

-

Drum Mädchen sei glücklich ...

-

6. Was der Deutschen Blei verschonte, Durst und Hunger räumten auf

Wo auch immer der Zug sich zeigte, sie Gevatter Tod erreichte

sterben mussten sie zu Hauf

-

7. Stolz war der Hererokrieger ausgezogen in das Feld

Deutsche Kugeln, Durstesqualen, hatten diese wilden Scharen

hingerafft aus dieser Welt

-

Drum Mädchen sei glücklich ...

Johann Ferdinand Mohr 1904

 

Ferdinand Johann Mohr, Unteroffizier in Südwest,   beschreibt seine Kriegserfahrungen während des sog. Herero-Aufstandes 1904.   Der Verlauf des Krieges lässt sich am Lied gut nachvollziehen: die   Kolonialtruppen hatten den entscheidenden Schlag gegen die Herero am   Waterberg geplant, jedoch konnten die Herero zunächst den Belagerungsring   durchbrechen und in Richtung Süden fliehen. Die Kolinialtruppen verfolgten   daraufhin ihre Gegner und besetzten in der Wüste überlebenswichtige   Wasserstellen, sodass viele Hereros verdursteten.   

Durch das langanhaltende Besetzen der Wasserstellen   mit dem Ziel der physischen Vernichtung der Herero wird dieser Kolonialkrieg   heute mehrheitlich als der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts gewertet.

  

Im Lied fällt besonders der Kontrast zwischen dem   Refrain ("Drum Mädchen sei glücklich") und den gefühllos   erscheinenden Kriegsberichten der Strophen auf. Mohr setzte das Ende des   Kolonialkrieges mit der Möglichkeit der Heimkehr gleich.