Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Noch ist Polen nicht verloren

 

Noch ist Polen nicht verloren -  Deutschland ist erwacht!

Zu der Polen Hilf' erkoren eint sich deutsche Macht!
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Deutsche Schwerter, deutsche Kraft sind der Polen kräft'ge Stütze

Polen wird dann frei -  frei von Tyrannei!               
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Tapfre Polen, mutig schwangen sie ihr Flammenschwert

ihre Schlachtenlieder klangen nur der Freiheit Wert

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Ach, Verrat hat sie bezwungen nicht der Feinde Mut

was durch Schlachten sie errungen fiel der Habgier Wut

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Deutsche auf, zum Kampf erkoren scheut nicht schnöden Spott

noch ist Polen nicht verloren das verbürget Gott

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Polens Dränger sind vereinet Trug ist ihre Macht

Polens Sonne nicht mehr scheint hin ist ihre Pracht

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Polens Adler liegt darnieder ewig glänzt sein Ruhm

doch gewiß er schwingt sich wieder auf zum Heiligtum

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Deutsche Schwerter, deutsche Kraft sind der Polen kräft'ge Stütze

Polen wird dann frei -  Frei von Tyrannei!

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Fern nach Frankreichs freien Landen Trug der Hoffnung Strahl
Edle Polen – ach sie fanden Nur ein Tränenmal!

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Doch wenn Not und Weh' sich türmen wächst der Hilfe Stund' -
Wenn der Polen Rächer stürmen geht der Feind zugrund'!

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Deutsche auf, zum Kampf erkoren scheut nicht schnöden Spott noch ist Polen nicht verloren das verbürget Gott

unbekannt 1831

 

Das Lied ist eine Adaption von „Mazurek Dąbrowskiego“, der Nationalhymne Polens, verfasst 1797 von Józef Wybicki zu Ehren von Jan Henryk Dąbrowski, General der polnischen Exilarmee. In der deutschen Variante wird der Wunsch und die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass die Deutschen den polnischen Aufstand unterstützen mögen. Dadurch wird eine Verbindung zwischen dem in Deutschland anbrechenden Vormärz und der Lage in Polen hergestellt.