Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

O du Deutschland, ich muss marschieren


O Du Deutschland ich muß marschieren

O du Deutschland ich muß fort

Eine Zeitlang muß ich meiden

Eine Zeitlang muß ich scheiden

Mein geliebtes Vaterland

 

Nun ade, fahr wohl feins Liebchen

weine nicht die Äuglein rot

trage dieses Leid geduldig

Leib und Leben bin ich schuldig

es gehört zum ersten Gott

 

Nun ade herzliebster Vater,

Mutter, nehmt den Abschiedkuss

Für das Vaterland zu streiten

mahnt es mich nächst Gott zum Zweiten

dass ich von euch scheiden muss

 

Auch ist noch ein Klang erklungen

mächtig mir durch Herz und Sinn

Recht und Freiheit heißt das Dritte

und es treibt aus eurer Mitte

mich zu Tod und Schlachten hin.

 

O wie lieblich die Trommeln schallen

und Trompeter blasen drein.

Fahnen wehen frisch im Winde

Ross und Männer sind geschwinde

und es muss geschieden sein.

 

O du Deutschland, ich muss marschieren,

o du Deutschland, du machst mir Mut.

Meinen Säbel will ich schwingen,

meine Kugel, die soll klingen

gelten soll´s Franzosenblut


 Ernst Moritz Arndt 1809

 

Ernst Moritz Arndt bearbeitet 1809 das schon ältere Soldatenlied und bezieht es auf die aktuelle Situation: die Herrschaft Napoleons stellt für deutsche Patrioten eine Gefahr dar und ist zugleich Aufruf zum Freiheitskampf.