Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Trizonesien-Song

 

1 Mein lieber Freund, mein lieber Freund,

die alten Zeiten sind vorbei,

ob man da lacht, ob man da weint,

die Welt geht weiter, eins, zwei, drei.

Ein kleines Häuflein Diplomaten

macht heut die große Politik,

sie schaffen Zonen, ändern Staaten.

Und was ist hier mit uns im Augenblick?

 

2 Columbus fand Amerika,

ein neuer Erdteil ward entdeckt,

was Marco Polo alles sah,

wurd' dann von der Kultur beleckt.

Sven Hedin war am Himalaya,

er schritt durch heißen Wüstensand.

Am Nordpol stand Amundsens Heija,

doch uns hat keiner je zuvor gekannt:

3 Doch fremder Mann, damit du's weißt,

ein Trizonesier hat Humor,

er hat Kultur, er hat auch Geist,

darin macht keiner ihm was vor.

Selbst Goethe stammt aus Trizonesien,

Beethovens Wiege ist bekannt.

Nein, sowas gibt's nicht in Chinesien,

darum sind wir auch stolz auf unser Land.
 

Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien,

Hei-di-tschimmela-tschimmela-tschimmela-tschimmela-bumm!

Wir haben Mägdelein mit feurig wildem Wesien,

Hei-di-tschimmela-tschimmela-tschimmela-tschimmela-bumm!

Wir sind zwar keine Menschenfresser,

doch wir küssen um so besser.

Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien,

Hei-di-tschimmela-tschimmela-tschimmela-tschimmela-bumm!

Karl Berbuer 1948

 

Der Karnevalshit der Saison 1948 wurde fast von den Amerikanern verboten, an anderer Stelle nahm er den Platz einer Nationalhymne ein. Mit kölschem Charme blickt der Bäcker Karl Berbuer auf die Situation im Nachkriegsdeutschland und schafft es dabei, ihr etwas Positives abzuringen, indem er sich selbst als "Eingeborener von Trizonesien" bezeichnet.