Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Wach auf, du deutsche Jugend

 

Wach auf du deutsche Jugend, komm zu uns junges Blut

wir brauchen eine Jugend, die nimmer rast´t noch ruht

die weiß, was wir verloren und was uns wert das Land

das Erbe unsrer Väter riss man uns aus der Hand

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Wir haben es gelitten und wehrten uns des kaum

schreit es in alle Winde, das deutsche Volk braucht Raum

wir wollen nicht verkümmern auf enger Scholle Stück

was ihr uns habt genommen, das fordern wir zurück

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Zum zweiten Mal beginne der Kampf um dieses Land

als heiliges Vermächtnis uns in das Herz gebrannt

denn Sehnsucht weckt die Hoffnung, aus Hoffnung reift die Kraft

wir wolln nicht ruhn noch rasten, bis dass wir es geschafft

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Du blutgedüngter Boden, du Heimat überm Meer

noch bist du uns entrissen, noch ist das Herz uns schwer

doch hoch und heilig steigst du vor unserm Bild empor

wenn einst die Freiheitsstunde schlägt donnernd an dein Tor

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Schon regt der deutsche Adler, der einst in kühnem Zug

uns dieses Land errungen, die Schwingen neu zum Flug

Du deutsche Jugend grabe dir tief ins Herz hinein

was wir verloren haben, darf nie verloren sein

Heinz Bleßmann nach 1918

 

Das Lied von Heinz Bleßmann entstand nach dem Ende der deutschen Kolonialzeit, welche durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages geregelt wurde. Durch alle Strophen zieht sich der überdeutliche Appell zum Einsatz für eine Rückeroberung der ehemaligen Kolonien, besonders angesprochen wird dabei die Jugend.

Als Motive für dieses Ziel wird der Respekt vor der Leistung der Väter genannt sowie ein Ausgleich für die Ungerechtigkeit des Kolonien-Verlustes. In der zweiten Strophe findet sich auch ein Hinweis auf die Lebensraum-Theorie.