Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Wiegenlied für Deutschland

 

Deutschland – auf weichem Pfühle*

mach’ dir den Kopf nicht schwer

im irdischen Gewühle,

schlafe, was willst du mehr?

-

Lass jede Freiheit dir rauben,

setze dich nicht zur Wehr,

du behältst ja den christlichen Glauben;

schlafe, was willst du mehr?

-

Und ob man dir alles verböte,

doch gräme dich nicht zu sehr,
du hast ja Schiller und Göthe:

schlafe, was willst du mehr?

-

Kein Kind läuft ohne Höschen*

am Rhein, dem freien, umher:

mein Deutschland, mein Dornröschen,

schlafe, was willst du mehr?

- *Kissen, *Anspielung auf Sansculotten

Georg Herwegh 1843

 

In Anspielung auf Göthes "Nachtgesang" drückt Georg Herwegh seine Enttäuschung darüber aus, dass in Deutschland offenbar keine Revolution zu machen ist.