Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Zehn kleine Meckerlein

 

 

1. Zehn kleine Meckerlein,
Die saßen mal beim Wein.
Der eine wußt' von Goebbels was,
Da waren's nur noch neun.

2. Neun kleine Meckerlein,
Die haben was gedacht,
Der eine hat es laut gedacht,
Da waren's nur noch acht.

3. Acht kleine Meckerlein,
Die haben was geschrieben,
Bei einem fand man's Manuskript,
Da waren's nur noch sieben.

4. Sieben kleine Meckerlein,
Die malten einen Klecks,
Der eine sagte „Hermanns Bauch”,
Da waren's nur noch sechs.

5. Sechs kleine Meckerlein,
Trafen einen Pimpf,
Der eine sagte „Lausebalg”,
Da waren's nur noch fünf.

6. Fünf kleine Meckerlein,
Die spielten einst Klavier,
Der eine spielte Mendelssohn,
Da waren's nur noch vier.

7. Vier kleine Meckerlein,
Die sprachen über Ley,
Der eine sagte „immer blau”,
Da waren's nur noch drei.

8. Drei kleine Meckerlein,
Die hörten Radio,
Der eine hat zuviel gedreht,
Da waren's nur noch zwo.

9. Zwei kleine Meckerlein,
Die fragten nach dem Zweck,
Des Mythos von Herrn Rosenberg,
Da war noch einer weg.

10. Ein kleines Meckerlein,
Ließ dies Liedchen sehn,
Da kam er nach Oranienburg,
Da waren's wieder zehn.

Otto Oppenheimer, 30er Jahre

 

Otto Oppenheimer wandelte in den 30er-Jahren den bekannten Kinderreim von den Zehn kleinen Negerlein in ein Widerstands- und Spottlied um. Viele Nazi-Größen und ihre Marotten werden verspottet und der Nationalsozialismus wird lächerlich gemacht.