Geschichte in Liedern

Zeitreisen durch die deutsche Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts

Zehn kleine Negerlein

 

Zehn kleine Negerlein schlachteten ein Schwein;
Einer stach sich selber tot, da blieben nur noch neun.

Neun kleine Negerlein, die gingen auf die Jagd;
Einer schoss den andern tot, da waren’s nur noch acht.

Acht kleine Negerlein, die gingen und stahlen Rüben;
Den einen schlug der Bauer tot, da blieben nur noch sieben.

Sieben kleine Negerlein begegnen einer Hex’;
Einen zaubert sie gleich weg, da blieben nur noch sechs.

Sechs kleine Negerlein gehn ohne Schuh und Strümpf;
Einer erkältet sich zu Tod, da blieben nur noch fünf.

Fünf kleine Negerlein, die tranken bayrisch’ Bier;
Der eine trank, bis dass er barst, da waren’s nur noch vier.

Vier kleine Negerlein, die kochten einen Brei;
Der eine fiel zum Kessel rein, da blieben nur noch drei.

Drei kleine Negerlein spazierten am Bau vorbei;
Ein Stein fiel einem auf den Kopf – da blieben nur noch zwei.

Zwei kleine Negerlein, die wuschen am Nil sich reine;
Den einen fraß ein Krokodil – da blieb nur noch der eine.

Ein kleiner Negerlein nahm sich 'ne Mama;
Zehn kleine Negerknaben sind bald wieder da.

 Benary 1885

 

Im Kinderlied von den "Zehn kleinen Negerlein" wird ein unhinterfragter Rassismus deutlich, der das Kaiserreich prägte. Die Entstehungszeit des Liedes, bzw. seiner deutschen Variante, fällt in die Phase der stärksten deutschen Kolonialtätigkeit. Das Lied existiert in auffallend vielen Textvariationen.